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Wissenswertes

Römerstraßen im Lungau

Im Zuge des Straßenbaues wurden Meilensteine im Abstand von römischen Straßenmeilen gesetzt.
(Römische Straßenmeile – milia passuum = 1.000 Doppelschritte = ca. 1.470 – 1.480 Meter).

Allein auf der Strecke von der Lausnitzhöhe (Ktn. Grenze) bis nach Mauterndorf konnten in der Vergangenheit neun römische Meilensteine gefunden werden. Einige davon dienten rein propagandistischen Zwecken. Ein Teilstück dieser Straße (St. Margarethen – Lausnitzhöhe) ist eine der besterhaltenen Römerstraßen in Österreich und kann heute noch kilometerweit begangen werden.

Als Rast- und Poststation auf dem Lungauer Streckenabschnitt diente die Siedlung Immurium, die sich in unmittelbarer Nähe des heutigen Schlosses Moosham befand.
Neben In Alpe (Obertauern) war auch Immurium (Moosham) bereits auf der „Tabula Peutingeriana“, einer mittelalterlichen Abschrift einer römischen Weltkarte, eingezeichnet.

Der öffentlich zugängliche Teil der Funde kann im Tamsweger Heimatmuseum besichtigt werden. Neben zahlreichen Gebrauchs- und Kunstgegenständen wurde auch eine Anzahl Münzen freigelegt.

Georgeritt in Thomatal

Alljährlich findet am Georgitag oder dem darauffolgenden Sonntag ab 10.00 Uhr der Georgiritt in Thomatal statt. Zahlreiche Reitergruppen und Bauern reiten auf festlich geschmückten Pferden zur Kirche.
Dieser ist dem Kirchenpatron der Wallfahrtskirche Thomatal gewidmet.  Nach der Pferdesegnung durch den Pfarrer und einen Ritt durch den Ort wird durch die Trachtenmusikkapelle Thomatal beim Frühschoppen unterhalten.

Detaillierte Infos zum Georgiritt in Thomatal

Bruckdorfer Schranne - Mittelalterliche Gerichtsstätte am Saling-Hügel bei Mariapfarr

Der Saling-Hügel in Bruckdorf bei Mariapfarr war bereits im Frühmittelalter der Gerichtsplatz (Thingplatz) für den Lungau. Im Jahre 2006 wurde diese geschichtsträchtige Stätte von der Dorfgemeinschaft Bruckdorf nach alten Vorlagen wieder hergestellt.

Mitte des 8. Jahrhunderts besetzten die Bayern den Lungau, den sie „Lungouve“ nannten.
788 wurde der Lungau ein Teil des Frankenreiches der Karolinger. Der Lungau bildete eine Grafschaft. Dem Grafen oblagen die Rechtssprechung, die Steuereinhebung und die militärische Führung in seinem Amtsbereich. Der Sitz der Gaugrafen befand sich in Mariapfarr. So war es nahe liegend, dass in nächster Umgebung für die Rechtssprechung eine „Schranne“, ein Gerichtsplatz, eingerichtet wurde.

Die Bezeichnung Saling bedeutet so viel wie Herrenhügel, wo die Grundherren ihre Rechte auf öffentlicher Gerichtssitzung geltend machten. Zweimal im Jahr musste das ungebotene Landtaiding zusammentreten, wo dem versammelten Volk die Landordnung vorgelesen wurde und Rechtsbrüche vor Gericht kamen.

Bei diesen Gerichtsversammlungen fällten Bauern als Rechts- oder Schrannensitzer (Schöffen) das Urteil über ihre Standesgenossen. Dies waren vor allem Kriminalfälle, die Strafen an Leib und Leben nach sich zogen. War ein Verbrecher zum Tode verurteilt, so geleitete ihn die Gerichtsgemeinde zur Richtstätte am Passeggen in der Gemeinde St. Andrä.

Hexenverbrennungsstätte am Passeggen bei St. Andrä

Eine gar schaurige Geschichte ist die von der Staudinger Hexe (nachzulesen im Buch „Lungau“ von Ignaz von Kürsinger, S. 169 ff.).

Am Passeggen fanden im 16 Jhdt. die fürchterlichen Hexenverbrennungen statt. Im Schloss Moosham wurden die so genannten Hexen vom Landespfleger, der die landesfürstliche Gerichtsbarkeit ausübte zum Tode verurteilt und am Scheiterhaufen am Passeggen verbrannt.

Lungauer Sauschneider

Während der Blütezeit ihres Gewerbes im 18. und 19. Jahrhundert, zogen pro Jahr mehr als 400 Lungauer als Sauschneider in die Fremde. Die Eber wurden dabei beschnitten, um das Mästen zu fördern und den armen Bauern zu mehr Ertrag zu verhelfen.

Die Sauschneider arbeiteten in fast allen Gebieten der Habsburger Monarchie bis Italien und Ungarn. Im Lungau gehen die ältesten Spuren der Sauschneiderei auf das Jahr 1572 zurück.

Einst war es die pure Not, die Jünglinge und Männer auf Wanderschaft trieb. Heute ist das Gewerbe fast ausgestorben.

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