Brauchtum & Tradition
Brauchtum und Kultur werden in der Ferienregion Lungau im sonnigen Süden des Salzburger Landes groß geschrieben: Neben Museen, Wallfahrts-Kirchen, alten Schlössern und Burgen bietet der Lungau auch einzigartige Bräuche, die Ausdruck einer lang gelebten Tradition sind und sich bis heute kaum verändert haben.
In der Ferienregion Lungau sind Mundart und Tracht noch immer lebendig. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch ein lebendiges, ursprüngliches Brauchtum gepflegt wird. Der gesamte Jahreskreis ist geprägt von tief verwurzelten Bräuchen, die mit viel Sorgfalt und Liebe hochgehalten werden.
Der Riese "Samson"
Der Samson ist eine alttestamentarische Figur und stellt symbolisch den Kampf der Juden gegen die Philister dar. Besonders in der Zeit der Romantik sieht man im Samson den lebendigen Ausdruck der Volkskultur. Schon damals gleicht die Szenerie mit den Zwergen, mit Schützen und Musik dem heutigen Erscheinungsbild. Viele Mythen, Legenden und Vermuttungen ranken sich nunmehr um die Riesenfigur aus dem Lungau. Daher haben sich in den Lungauer Orten Gruppen und Vereine gebildet, die den alten Brauch weiter leben lassen. Heute gibt es 12 inneralpine Riesenfiguren, zehn im Lungau und zwei in der benachbarten Steiermark. Diese biblische Heldenfigur ist das Wahrzeichen des Lungaus. Deshalb wird er bei Festen gerne gezeigt. Einen Kraftakt muss der Träger, ein Junggeselle, des 80 kg schweren Samson vollbringen, wenn er mit den zwei Zwergen den Samson Tanz aufführt.
› Zu den Lungauer Samsonumzügen
› Großes Samsontreffen am 11./12. September 2010 in St. Michael
Farbenprächtiges Blumenschauspiel – die Prangstangen
Jedes Jahr am 24. Juni - Hochfest der Geburt Johannes des Täufers - feiert die Naturparkgemeinde Zederhaus und am 29. Juni - Peter und Paul - die Nationalparkgemeinde Muhr ihr Patroziniumsfest, den Tag ihres Kirchenpatrones. Den Höhepunkt dieses sogenannten Sonnwendtages bildet der festliche Gottesdienst und die anschließende Prozession durch den Ort mit vier Evangeliums-Stationen. Bei dieser Prozession werden die farbenprächtigen
“Prangstangen” mitgetragen. Das sind 6 bis 8 Meter hohe und bis zu 80 kg schwere Holzstangen, umwunden mit Kränzen aus frischen Alm- und
Wiesenblumen.
Die herrlichen Blumenstangen bleiben sodann bis zum 15. August, dem „Hohen Frautag“ in der Kirche aufgestellt. An diesem Tag werden sie gesegnet und als „Weihkräuter“ nach Hause getragen, wo sie an den „Rauhnachtabenden“
(Hl. Abend, Silvester und Vorabend zum Dreikönigstag) als Räuchermittel bei der Segnung von Haus und Hof verwendet werden.
Diese Jahrhunderte alte Tradition geht, der Überlieferung zufolge, auf eine Heuschreckenplage zurück, bei der die Vegetation vernichtet wurde, ausgenommen die Margeriten. In ihrer Not haben die Bauern dieser Gegend dem Herrgott gelobt, jedes Jahr solche Blumenstangen zu binden, um in Zukunft von derartigen Naturkatastrophen verschont zu bleiben.
Die verschiedenen Blumen - Margeriten, stengelloser Enzian, Bergnelkwurz, Bergastern, Frauenmantel, Pfingstrosen, Vergißmeinnicht, Mohnblüten u.a.m. - werden zu Kränzen gebunden und in unterschiedlichen Farbmustern auf
die Holzstangen gewickelt. Für eine einzige Prangstange sind bis zu 60.000 frische Blüten und etwa 300
Arbeitsstunden erforderlich.
Jährlicher Programmablauf in der Naturparkgemeinde Zederhaus:
- 21. - 23. Juni: Kränzebinden und Prangstangenwickeln im “Denkmalhof Maurerhaus” und bei verschiedenen Bauernhöfen
- 23. Juni: ca. 18.00 Uhr Einbringen der Prangstangen in die Pfarrkirche
- 24. Juni: 08.30 Uhr Festgottesdienst und ab 09.30 Uhr Prozession mit Eingliederung der Prangstangen (bis ca. 12.00 Uhr)
- 15. August: ca. 09.30 Uhr Kräuterweihe
Jährlicher Programmablauf in der Nationalparkgemeinde Muhr:
- 28. Juni: 19.30 Uhr Einbringen der Prangstangen in die Pfarrkirche
- 29. Juni: 09.00 Uhr Prangtag mit Festgottesdienst und anschl. Prangstangenprozession
ab 14.00 Uhr Samsonumzug
Wasserscheibenschießen am Prebersee in Tamsweg
An den Ufern des Prebersees, der in herrlicher Landschaft, eingebettet zwischen Wäldern und Almwiesen am Fuße des 2.741 m hohen Prebers, in einer Höhe von 1.510 Meter liegt, spielt sich dieses einzigartige Scheibenschießen ab.
Dabei wird nicht auf die Scheibe selbst, sondern auf deren Spiegelbild beziehungsweise auf einen fiktiven Punkt im Wasser gezielt und geschossen. Vom Wasser wird das Geschoss reflektiert und trifft die am Festland aufgestellte Scheibe. Das Preberschießen findet alljährlich am letzten Augustwochenende statt.
› Weitere Informationen zum Wasserscheiben-Schießstand am Prebersee
Lungauer Sauschneider
Während der Blütezeit ihres Gewerbes im 18. und 19. Jahrhundert, zogen pro Jahr mehr als 400 Lungauer als Sauschneider in die Fremde. Die Eber wurden dabei beschnitten, um das Mästen zu fördern und den armen Bauern zu mehr Ertrag zu verhelfen. Die Sauschneider arbeiteten in fast allen Gebieten der Habsburger Monarchie bis Italien und Ungarn. Im Lungau gehen die ältesten Spuren der Sauschneiderei auf das Jahr 1572 zurück.
Einst war es die pure Not, die Jünglinge und Männer auf Wanderschaft trieb. Heute ist das Gewerbe fast ausgestorben.
Hexenverbrennungsstätte am Passeggen – St. Andrä
Eine gar schaurige Geschichte ist die von der „Staudinger Hexe“ (Nachzulesen im Buch „Lungau“ von Ignaz von Kürsinger, S. 169 ff.). Am Passeggen fanden im 16 Jhdt. die fürchterlichen Hexenverbrennungen statt. Im Schloss Moosham wurden die so genannten Hexen vom Landespfleger, der die landesfürstliche Gerichtsbarkeit ausübte zum Tode verurteilt und am Scheiterhaufen am Passeggen verbrannt.
Die Bruckdorfer "Schranne", eine mittelalterliche Gerichtsstätte am Saling-Hügel
Der Saling-Hügel in Bruckdorf war bereits im Frühmittelalter der Gerichtsplatz („Thingplatz“) für den Lungau. Im Jahre 2006 wurde diese geschichtsträchtige Stätte von der Dorfgemeinschaft Bruckdorf nach alten Vorlagen wieder hergestellt. Mitte des 8. Jahrhunderts besetzten die Bayern den Lungau, den sie „Lungouve“ nannten. 788 wurde der Lungau ein Teil des Frankenreiches der Karolinger. Der Lungau bildete eine Grafschaft. Dem Grafen oblagen die Rechtssprechung, die Steuereinhebung und die militärische Führung in seinem Amtsbereich. Der Sitz der Gaugrafen befand sich in Mariapfarr. So war es nahe liegend, dass in nächster Umgebung für die Rechtssprechung eine „Schranne“, ein Gerichtsplatz, eingerichtet wurde. Die Bezeichnung Saling bedeutet so viel wie „Herrenhügel“, wo die Grundherren ihre Rechte auf öffentlicher Gerichtssitzung geltend machten. Zweimal im Jahr musste das „ungebotene Landtaiding“ zusammentreten, wo dem versammelten Volk die „Landordnung“ vorgelesen wurde und Rechtsbrüche vor Gericht kamen. Bei diesen Gerichtsversammlungen fällten Bauern als Rechts- oder Schrannensitzer (Schöffen) das Urteil über ihre Standesgenossen. Dies waren vor allem Kriminalfälle, die Strafen an Leib und Leben nach sich zogen. War ein Verbrecher zum Tode verurteilt, so geleitete ihn die Gerichtsgemeinde zur Richtstätte am Passeggen in der Gemeinde St. Andrä.
Brauchtums- und Musizierwoche Mauterndorf
2. bis 7. August 2010
Musizieren beim Wirt – Sänger und Musikanten singen und spielen in verschiedenen Gasthäusern. Schlussandacht – Gestaltet von den Referenten und Teilnehmern der Musizierwoche.
Vollmondnächte Mauterndorf
Einkaufen bis 22.00 Uhr, Spaß haben, Freunde treffen, Gastgarten sitzen, Singen, Tanzen und vieles mehr.
Freitag 25.06.
Mittwoch 28.07. Kulinarium
Mittwoch 25.08. inklusive Kinderfest
Freitag 24.09. Bauernherbstnacht
Z´sammsitz´n am Tamsweger Marktplatz
Eine lustige und gesellige Veranstaltung in gemütlicher Atmosphäre mit echter Volksmusik. In ursprünglicher Art haben sich Wirtschaftsbetriebe, Erzeuger von bäuerlichen Produkten, Musiker und Sänger zusammen getan und präsentieren sich gemeinsam. Eine für den Lungau typische Gemütlichkeit verbunden mit Brauchtum, bei dem auch das Lungauer Heimatmuseum Tamsweg bei freiem Eintritt besucht werden kann.
Jeweils Mittwoch am 14. und 28. Juli sowie am 11. und 25. August in der Zeit von 18.00–22.00 Uhr
Georgeritt in Thomatal
Am Sonntag, dem 02. Mai 2010 ab 10.00 Uhr findet am Dorfplatz in Thomatal der traditionelle Georgeritt statt, welcher dem Kirchenpatron der Wallfahrtskirche Thomatal gewidmet ist. Nach der Pferdesegnung durch den Pfarrer wird durch den Musikverein Thomatal beim Frühschoppen unterhalten.
Weiterführende Informationen zum Thema Brauchtum und Tradition im Lungau






