Alte Handwerkskunst

Der Salzburger Lungau wird geprägt von zahlreichen Traditionen, Kenntnissen sowie Bräuchen, die über Generationen weitergegeben wurden. Während so gut wie jeder Gast oder Einheimische vermutlich sofort an den Samson, die Prangstangen, das Osterfeuer oder die originalen Lungauer Rezepte denkt, beheimatet der Salzburger Lungau aber auch noch so manche alte Handwerkskunst.

Alte Handwerkskunst - Wenn die Leidenschaft wichtiger ist als der Umsatz

Für den Einen oder Anderen mag es heutzutage unvorstellbar sein, sich in einem Raum zurückzuziehen und dort stunden- oder tagelang an nur einem einzigen Werkstück zu arbeiten. Während in unserer gegenwärtigen Welt viele Firmen auf Überkonsum, Umsatz und Massenproduktion setzen, findet sich in den kleinen Betrieben die Liebe zum Detail und erlerntem Handwerk wieder. Der Industrialisierung  zur Folge kommt es jedoch bereits oft zu einem Umdenken. Die Menschen legen wieder mehr Wert auf Brauchtum und Tradition sowie hochwertige Gegenständen des Alltags. Es wird wieder vermehrt auf Qualität statt Quantität gesetzt.
Im Salzburger Lungau gelten diese Handwerksbetriebe keinesfalls als touristische Inszenierung. Sie sind wesentlicher Bestandteil der Alltagskultur und Lebensart der Lungauer. Die Handwerker und Handwerkerinnen vermitteln Authentizität sowie Regionalität und freuen sich darüber, wenn sie Gäste, aber auch Einheimische, für Ihre Kenntnisse und Produkte begeistern können. Wir haben uns auf die Suche nach einigen dieser Personen gemacht und sind fündig geworden.

 

Fassbindermeister Engelbert Sampl

Arbeiten wie in alten Zeiten – so wirkt das auch bei Engelbert Sampl in Unternberg. Er pflegt noch das sehr selten gewordene Handwerk des Fassbinders und führt das Familienunternehmen in dritter Generation. Während sich die Bindermeister früher mit deren „Binderkraxn“, welche gefüllt mit Werkzeugen waren, auf den  Weg zu den Kunden machten, findet man den Bindermeister Engelbert heute in seiner Werkstatt im Ortskern von Unternberg.  In der Anfangszeit  der Fassbinderei war die Produktion von Holzfässern für Most, Wein und Sauerkraut sowie Waschbottichen oder Rührkübeln (zum Buttern und Käsen) noch etwas ganz Alltägliches. Heute sind beheizbare Holzbadewannen und hölzerne Hollywoodschaukel oder Gartenliegen gefragte Produkte. Das Hauptprodukt, das Fass in verschiedenen Größen und Arten, stellt Engelbert natürlich nach wie vor nach den Kenntnissen seiner Vorfahren her.

Alle Infos zum Fassbindermeister Engelbert Sampl findest du hier!

 


 

Goldschmiede- & Uhrenmacherkunst

Wenige Querstraßen weiter befindet sich die Goldschmiede- und Uhrmacherwerkstatt von Christian Hutter. Hutters Spezialgebiet sind Großuhren, Stutzuhren (bekannt auch als Standuhren), Schwarzwalduhren, Biedermaieruhren und Regulatoren. Jene sind so gut wie immer aus einem älteren Semester. Während sein Kundenkreis früher auf den Lungau und einige Nachbargebiete begrenzt war, erhält der Uhrenmacher und Goldschmied seit dem Auftritt bei der Sendung „Aufgetischt“ nun Aufträge aus ganz Österreich und Bayern. Ihm fasziniert es die Mechanik einer Uhr zu überholen, die Teile zu optimieren oder gewisse Uhren nachzubauen. Hutter ist überzeugt, dass eine schöne Wanduhr, die tickt und ein gutes Schlagwerk hat, zu den traditionellen Werten gehört, die wieder in Mode kommen.

Alle Infos zum Goldschmied & Uhrenmacher Christian Hutter findest du hier!

 

Wagnerei Lassacher 

Zu den Bäumen in den Lungauer Wäldern hat Christian Lassacher eine besondere Beziehung: „Am liebsten gehe ich in den Wald, suche mir die Bäume selber aus und überlege mir dabei, welches Teil ich für welche Produkte verwenden kann“. Christian stellt noch heute Dinge, die früher zum Alltag gehört haben,  aus Holz her. Seine Wagnerei bringt dementsprechend ein Stück Brauchtum und Nostalgie in den Ortskern von Tamsweg. Von früher kann Christian dennoch einiges erzählen: seit 100 Jahren ist die Wagnerei ein Familienbetrieb, wobei die Geschichte der Werkstatt bis auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Ein ganz besonderer Auftrag in der Vergangenheit waren 50 Wagenräder aus Holz für die Kutsche des Erzherzog Franz Ferdinand. Ebenso war der Lassacher für seine Skiproduktion bekannt. Vom guten alten Preber Ski stehen auch in der Gegenwart noch einige Exemplare im Lager. In der heutigen Zeit entstehen in Lassachers Werkstatt unter anderem Rodeln und Eisstöcke aus Lungauer Holz. An Arbeit mangelt es Christian mit seinen zwei Mitarbeitern nicht. „Die Leute schauen wieder mehr darauf, dass es authentisch ist und dass man weiß, woher die Sachen kommen“, meint der Wagnermeister.

Alle Infos zur Wagnerei Lassacher findest du hier!


 

Edelbrände Moser

Viel Handarbeit und eine große Portion Leidenschaft braucht auch Matthias Moser. Im Ortszentrum von Zederhaus befindet sich sein alter Bauernhof, auf welchem  er neben der biologischen Landwirtschaft auch eine Brennerei betreibt. Seine Edelbrände sind weit über die Grenzen von Österreich hinaus bekannt und besitzen einen exzellenten Ruf. Ebenso hat er damit schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Großteils werden österreichische Früchte, wie Steinobst und Beeren, aber auch Wurzeln und Knollen in bester Qualität verarbeitet. Was nicht selbst geerntet wird, das wird zugekauft. Dabei ist es wichtig, aus welcher Region und von welchem Bauern die Rohstoffe kommen.  Mit viel Erfahrung, Liebe zur Handarbeit und der damit verbundenen Arbeit entstehen anschließend verschiedene köstliche Tropfen, wobei bestimmt für jeden etwas dabei ist. Moser betont zudem, dass die Leute im Vergleich zu früher weniger trinken, wobei dies mit mehr Qualitätsbewusstsein einhergeht.  Für jene Qualität experimentiert er mit alten Wein- und Madeirafässern, welche dem Edelbrand eine spezielle Geschmacksnote verleihen. Viele Feinschmecker, unter anderem auch einige Prominente, locken diese edlen Destillate auf den Bauernhof der Familie Moser nach Zederhaus. Viele davon kommen als Stammkunden immer wieder.

Alle Infos zu den Edelbränden Moser findest du hier!

 

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